Wir haben die letzten Tage noch fleissig gearbeitet, geputzt und Lebensmittel für zwei Monate gebunkert und sind nun abfahrbereit. Heute vormittag sind wir ein letztes Mal gemütlich über den Wochenmarkt geschlendert und haben uns vom deutschen Bäcker ein richtiges Krustenbrot und Bienenstich besorgt (ist zwar teuer aber unwahrscheinlich gut). Gestern haben wir bei unserer Einkaufs- und Erkundungsfahrt am Ende des Playa de la Canteras ein uriges Fischlokal direkt über der Felsküste entdeckt, in dem wir heute unser Abschiedsessen mit einer Fischplatte und gegrilletem Tintenfisch zelebiert haben (nur Spanier sehr lecker und sehr günstige Preise). Dann noch ein Zwischenstopp am Strand und eine Runde schwimmen. Am Nachmittag haben wir die letzen Sachen seesicher verstaut und Uwe bei der Montage seiner Vorstag geholfen. Morgen Früh wird nur mehr der Tank gefüllt, bei der Marina ausgecheckt und die Segel gesetzt – endlich geht es wieder auf See!!!

Abendstimmung

Man glaubt es kaum, aber heute kam ein Paketdienst und hat unsere lang erwarteten Motorersatzteile gebracht – zu unserem Erstaunen mussten wir noch € 37,– für den Transport extra zahlen, obwohl wir bereits € 86,– für die Spedition  auf unserer Rechnung hatten (das soll noch jemand verstehen). Am Nachmittag sind auch die anderen, vor Ort bestellten Ersatzteile gekommen – wieder wurden wir um € 35,– für den Transport erleichtert. Man nimmt so manches hin, nur um zu seinen Sachen zu kommen. Mein Resümee ist jedoch, dass die Kanaren zwar Zollfreizone sind, jedoch bei den Transportkosten volle Länge zuschlagen.  Wir werden künftig versuchen nur mehr lagernde Sachen zu nehmen bzw.  bestehende Teile entsprechend zu adaptieren, da die Wartezeiten und Zusatzkosten hier einfach unzumutbar sind.  Da wir jetzt all unsere Bestellungen bekommen haben, hält uns hier nichtmehr viel und wir werden am Sonntag oder Montag spätestens Richtung La Gomera aufbrechen.

Wir versuchen heute mal wieder die spanische Arbeitseinstellung zu überwinden und bitten Uwe (da dieser länger in Spanien gelebt hat) für uns bei der Spedition bezüglich unserer Lieferung nachzufragen (lt. Auskunft v. Spedition ist das Päckchen bereits  freigegeben) – es weiß natürlich wieder einmal niemand von irgendetwas. Auch die vor 14 Tagen beim hiesigen Händler bestellten WC-Ersatzteile haben noch nicht den Weg hierher gefunden – echt mühselig! Zum Glück gewöhnt man sich daran und lernt, dass man bei jeder Bestellung einen kurzfristigen Termin angeben muss und jeden Tag nachfragen sollte (sonst passiert gar nichts).  Am Abend grillen wir bei unseren Schweizer Bootsnachbarn und lassen den Tag genüsslich ausklingen.

Bringen um 9 Uhr das Auto zurück und gönnen uns, da heute Sonntag ist (traditionell)  ein Frühstück im Cafe. Auf dem Rückweg zum Schiff schlendern wir noch über den Wochenmarkt und beschließen unsere Bootsnachbarn zur Kaffeejause einzuladen. Bei einem deutschen Bäcker erstehen wir Bienenstich, Apfelstrudel und einen Nusszopf (wie Muttern zu Hause). Doch bevor wir jemanden aufs Schiff bitten können, muss der Einkauf vom Vortag verstaut und katalogisiert werden – eine schweißtreibende Angelegenheit diese Berge zu bändigen und dabei den Überblick zu behalten.

wir Drei

Um noch ein bisschen von der Insel zu sehen, haben wir uns zeitig aufgemacht um noch eine Runde  von Arucas über Firgas und Teror zurück nach Vegueta, der Altstadt von Las Palmas zu drehen. Nach einem letzten gemütlichen Mittagessen in einer Tapas-Bar mussten wir leider Andreas auch schon wieder zum Flughafen bringen. Der Abschied war schon schmerzlich, da uns bewusst wurde, dass wir uns voraussichtlich längere Zeit nicht sehen werden. Trotzdem haben wir uns wahnsinnig über den leider zu kurzen Besuch gefreut.  Da wir ja noch den restlichen Tag das Auto hatten, war nun Großeinkauf angesagt.

Einkäufe

Zuerst zum Ikea (ja, auch diesen gibt es hier) danach ins Bauhaus, Fahrzeugzubehör sowie Media Markt – die Einkaufsliste ist lang! Eigentlich war das Auto zu diesem Zeitpunkt schon fast voll, aber die Vorräte sollten auch wieder aufgefüllt werden – also auf zum Lidl und noch zwei prall gefüllte Einkaufswägen mit Lebensmitteln und Getränken rein ins Auto – man glaubt ja gar nicht wie viel in so eine kleine Kiste reingeht . Bei Dunkelheit kommen wir zum Schiff und transportieren nur mehr alles an Deck und gehen schlafen.

Wir sind gleich morgens mit unserem kleinen Flitzer (Fiat Panda) Richtung Telde abgedüst um unsere Gasflaschen füllen zu lassen und bei  dem örtlichen Vertreter von  DPD die bereits überfällige Lieferung unseres Päckchens zu urgieren. Leider ist es so, dass hier kaum jemand englisch oder gar deutsch spricht und so ist die Kommunikation gelegentlich mühsam. Da Spanier generell  erst einmal  von nichts wissen und nichts haben, ist es schwer sie dazu zu bewegen doch noch einmal irgendwo nachzusehen. Die einzige Möglichkeit ist, permanent präsent zu sein und ein wenig Druck zu machen,  bis es ihnen zu lästig ist und sie doch mal gründlich nachsehen oder nachfragen. Nachdem der Pflichtteil für den heutigen Tag erledigt war, haben wir uns dem Vergnügen gewidmet und sind mit unserem Gast auf Besichtigungstour gegangen.  

Höhlenwohnungen

Von Telde aus sind wir durch die wilde Mitte der Insel über teilweise abenteuerliche Bergstraßen an interessanten Höhlenwohnungen vorbei an die Nord- u. Westküste der Insel mit ihren hohen Klippen und Kiesstränden gefahren.  Gegen Abend mussten wir uns richtig spurten, da wir von Hanspeter und Lilian (SY Whisper / Basel) eine Einladung zum Abendessen hatten und natürlich nicht zu spät kommen wollten.  Nach einem superleckerem Thaicurry m. Huhn und einigen Flaschen marokkanischem Rotwein sind wir spät Nachts zurück auf unser Schiff gewankt .

Segelstopper Andreas

Da es heute wieder ein sehr heißer  Tag werden sollte, haben wir nach einem gemütlichen Frühstück die Leinen losgeworfen und  die Segel bei einer angenehmen Brise gesetzt.
Am Nachmittag ist der Anker vor einem netten Sandstrand gefallen und wir haben den restlichen Tag genossen. Da Andreas uns um unser “Geburtstagssteak“ beneidet hatte, wird heute ein halbes Rind in die Pfanne geworfen (grillen ist aus Rücksicht auf die Bootsnachbarn leider nicht möglich)  – den restlichen Abend haben wir mit unseren Bootsnachbarn bei einem Glas Wein ausklingen lassen!

zwei Männer auf großer Fahrt

Holztransport

Wir sind heute schon früh aufgestanden, um noch das Schiff auf Vordermann zu bringen und mit den geliehenen Fahrrädern das Holz für die Badeplattform sowie die Nirokette für das  Beiboot zu besorgen. Christoph hat noch den Cockpitboden entrostet und gestrichen und ich bin zum Flughafen gefahren um unseren Besuch abzuholen.  Andreas ist ganz pünktlich mit einem dicken Rucksack und einer großen Tasche aus dem nass-kalten Wien angekommen – die Freude auf beiden Seiten war riesig. Da es heute so richtig schön schwül-heiß mit 35°C war, musste er sich erst mal akklimatisieren und seine dicken Socken ausziehen.

Weihnachtsmann?

Am Schiff angekommen haben wir eine gemütliche Jause mit frischem knusprigem Schwarzbrot und österreichischem Speck (noch von Wolfgang) und Mannerschnitten zelebriert – es war wie Weihnachten und Ostern zusammen !!!!  Als unser “Weihnachtsmann“  seinen Sack öffnete, kamen nicht nur Unmengen an Mannerschnitten und 1,5 kg Knusperbrot,  sondern auch österreichische Zeitungen zum Vorschein (man glaubt ja gar nicht, wie man so alltägliche einfache Dinge vermissen kann).  Am Meisten hat es uns jedoch gefreut, dass er unserem Ruf gefolgt ist und uns wirklich besucht.  Abends sind wir dann noch gemütlich auf der Strandpromenade essen gegangen und nach einem Schlummertrunk an Bord ins Reich der Träume geglitten.

Christoph arbeitet

Wir haben heute den ganzen Tag am Schiff herum gewerkt und den Heckspiegel geschliffen und neu lackiert (hauptsächlich Kosmetik) sowie die gesamte Wäsche in die Wäscherei getragen. Da wir ein Paket mit Ersatzteilen erwarten, haben wir am Abend mal wieder das Handy aufgedreht und siehe da eine ganz wichtige Nachricht auf der Mobilbox vorgefunden – wir bekommen morgen Besuch aus Wien!!!  Es hat uns da natürlich mal wieder das schlechte Gewissen gepackt, da wir Faulsäcke die letzte Zeit so nachlässig in unserer Kommunikation mit der alten Heimat waren.  Also schnell noch in die WiFi-Zone (funktioniert hier nur dann und wann) und die ganzen E-Mail-Nachrichten beantworten (hatte sich die letzten Tage einiges angesammelt).

Wir sind heute mit dem Guagua (Autobus) in den Süden der Insel zum Faro nach Maspalomas gefahren, wo wir bereits vor 15 Jahren einmal waren. Wo früher ein einsamer Leuchtturm stand, den man nur nach langer Wanderung durch die Sanddünen erreichte und Althippies Wohnhöhlen in den Fels von Playa de Meloneras geschlagen hatten – ist heute eine rot gepflasterte Strandpromenade – seeseitig durch ein sicherndes Mäuerchen und landseitig durch Hotels, Restaurants und Boutiquen begrenzt.

Maspalomas

Wir wandern trotzdem bis zu unserem “einsamen Schotterstrand“, der nunmehr mit feinstem Sand aufgeschüttet ist und gönnen uns eine Sangria  (war immer noch sehr gut). Anschließend bahnen wir uns den Weg zurück durch Sonnenschirme und Sonnenanbeter entlang des kilometerweiten Strandes nach Playa del Ingles. Fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit und man hatte uns gewarnt, aber wir wollten es einfach wiedersehen. Unsere netten, aus Treibgut provisorisch aufgebauten Bars und Standlokale auf die wir uns gefreut haben, gibt es natürlich nicht mehr. Daher fahren wir mit einem der letzten Busse nach Hause und kochen an Bord unsere eigene Paella.

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