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Revierbericht Lau – die verbotenen Inseln

Bay of Island / Vanuabalavu

Bay of Island / Vanuabalavu

Bisher durften die Lau-Inseln im Osten von Fiji nur mit einer speziellen Fahrtgenehmigung besucht werden. Dieses Permit wurde nur nach einer persönlichen Einladung eines Dorfes oder einer Familie erteilt und musste in Suva beantragt werden. Diesen Mehraufwand haben sich bisher nicht mehr als 20 Schiffe pro Jahr angetan. Jedoch seit April 2012 gilt in den Gewässern von Fiji eine allgemeine Fahrtgenehmigung, die auch die Lau-Inseln beinhaltet. Trotzdem ist die Anzahl der Yachten nicht wirklich gestiegen, ob das an der Unwissenheit der Segler oder an der Abgeschiedenheit dieses Gebietes liegt wird sich erst in ein paar Jahren herausstellen. Trotz allem Fakt bleibt, dass man in den Lau-Inseln nicht einklarieren kann und nur sehr wenige Yachten den beschwerlichen Weg gegen die Passatwinde auf sich nehmen wollen.

Fiji verfügt über vier offizielle Einklarierungshäfen, dies wären Suva (die Hauptstadt), Lautoka, Savusavu und Levuka. Es ist in Fiji generell möglich die Offiziellen überall hin zu bestellen, also auch nach Lau. Aufgrund der sehr hohen Kosten wird dieses Service jedoch nur sehr selten und dann meist nur von Superyachten genützt. Hat man ordnungsgemäß einklariert und eine allgemeine Fahrterlaubnis bekommen kann man sich ohne weiteren Bürokratismus nach Osten aufmachen. Der kürzeste Weg ist sicher von Savusavu nach Vanuabalavu und von dort nach Süden, dieser Weg ist jedoch aufgrund der meist herrschenden südöstlichen Winde meist schwierig. Es kann einfacher und komfortabler sein den längeren Weg von Suva aus in Angriff zu nehmen.

Die Lau-Inseln beinhalten 31 Atolle mit unzähligen Inseln und vielen Saumriffen. Obwohl das Befahren der Inseln bisher eher schwierig war, konnten dennoch viele reiche Ausländer in den vergangenen 20 Jahren einige der Inseln erwerben. Trotz der relativ hohen Anzahl an Inseln und Inselgruppen, sind die mit sicheren Ankerplätzen sehr leicht überschaubar. Dies liegt vor allem daran, dass einige Inseln entweder kein Saumriff oder aber keinen Pass durch diesen haben. Man muss also auf offener Reede liegen. Der zweite Grund liegt an den relativ hohen Tiden von ca. 1,5m welche bewirken, dass bei Hochwasser nur Inseln jedoch nicht das Riff als solches Schutz vor der Dünung bietet.

Wir haben in ca. acht Wochen vier Inselgruppen besucht. Allgemein wäre zu sagen, dass das Kartenmaterial sowie die Revierführer in diesem Gebiet eher bescheiden sind. Unsere digitalen CM93 Karten bieten wenig Details und haben eine Abweichung von mindestens 0,5 NM auch die Navigation mit Google Earth Karten ist aufgrund der geringen Auflösung kaum möglich. Wir benutzen einen oft kopierten Kartensatz einer britischen Fregatte von 1877, welcher uns mit seinem Detailreichtum oft erstaunt. Bei einigen Atollen haben wir selbst Karten angefertigt, welche wir in diesem Bericht auch heranziehen. Da aufgrund der vielen ungekennzeichneten Korallenstöcke praktisch immer auf Sicht navigiert werden muss ist jederzeit auf gutes Licht zu achten.

Exploring Islands
Die Exploring Islands mit ihrer Hauptinsel Vanuabalavu und ihren acht kleineren Inseln, sind das Zentrum der Lau Gruppe und bietet sich, egal woher man kommt, als Startpunkt an. Das Atoll verfügt über drei größere Pässe wobei meist der Qilaqila-Paß im Westen und der Tongan-Paß im Südosten genutzt werden (wie auch wir). Beide Pässe sind sehr einfach zu befahren, vorausgesetzt man hat gutes Licht. Der Qilaqila- Pass verfügt über Richtmarker, welche jedoch aufgrund der großen Distanz und der vielen Korallenstöcke, welche weit ins Fahrwasser reichen, nur als grober Anhaltspunkt zu werten ist. Der Tongan Pass ist wesentlich breiter, hat jedoch keinerlei Markierungen und eine Untiefe mitten im Fahrwasser. Obwohl die Exploring Islands die einzige von uns besuchte Inselgruppe war, welche überhaupt Fahrwassermarkierungen aufwies haben doch viele, zum Teil entscheidende gefehlt. Von Westen her kommend gibt es, wenn das Licht zu schlecht zur Weiterfahrt ist, gleich hinter der Richtmarkierung bzw. eine Bucht weiter sichere Ankerplätze auf ca. 12m bestem Sandgrund. Hat man noch genug Zeit, kann in die Bay of Island oder gleich nach Daliconi (den Eigentümern der Nordwestseite von Vanuabalavu) fahren. Wie in Fiji üblich, muss man sobald als möglich seine Aufwartung beim Chef des Dorfes machen und sein Sevusevu (ca. 0,3-0,5kg Kava) abliefern. Nach einer kleinen Zeremonie, welche üblicherweise auch ein Kavatrinken beinhaltet, wird man als Dorfmitglied akzeptiert und hat dieselben Rechte und Pflichten wie alle anderen. Bei dieser Zeremonie wird einem auch ein Host zugeteilt, an welchen man sich mit allen Problemen wenden kann. Diese Zeremonie welche in West Fiji, wenn überhaupt noch zu einem „Gib Kava und Geld und lass uns in Ruhe“ verkommen ist, wird hier auf den Inseln noch sehr hoch gehalten. Ein längerfristiges ankern im Gebiet des zugehörigen Dorfes ohne Sevusevu gilt als sehr unhöflich und kann mit dem Verjagen enden. Wenn man sich jedoch diesem Brauchtum unterwirft, ist man immer herzlich willkommen im Dorf und wird nie einen Mangel an Früchten oder Fisch haben. Da fast alle sehenswerten Buchten von Vanuabalavu zum Gebiet von Daliconi gehören wird man sich auch die meiste Zeit in ihrem Gebiet aufhalten. Die Bay of Island ist eine von schroffen Steinstrukturen eingeschlossene Lagune (siehe Abb.1), welche viele kleine und große pilzförmige Inseln und kleine versteckte Lagunen beherbergt. Die Lagune bietet sowohl Platz für Superjachten im großen Becken, als auch kleine versteckte Buchten mitten zwischen den Pilzinseln für unsereins. Bei Dämmerung erschallen die Schreie der unzähligen Flughunde die über den Inseln auf Futtersuche kreisen. Leider gibt es keine Sandstrände hier und das Anlanden ist wegen der schroffen und scharfen Kalksteine nur sehr schwer möglich. Von der Bay of Island sollte man Bavatu Harbour im Norden der Insel nicht auslassen. In der kleinen Bay im Südwesten der Bucht kann man bequem anlanden und über 271 Stufen auf eine Anhöhe mit einer kleinen Plantage kommen. Diese gehört einem Neuseeländer und man wird vom Verwalter immer herzlich willkommen. Vom Herrschaftshaus hat man eine grandiose Aussicht auf die Bay und seinen Ankerplatz. Ein kleiner Fußweg führt nach ca. 0,5h zu einem Grab hinter diesem hat man eine phantastische Aussicht auf die Bay of Island. Weiter westlich von Bavatu Harbour kommt man an zwei Buchten vorbei die Zweite, in einigen Büchern Little Bay genannt (17° 11,42´S, 178°57,13´W) ist durch eine Insel und einem kleinem Riff gut geschützt. Die Einfahrt ist etwas Zickzack jedoch nicht schwierig. Diese Bucht bietet neben erstklassigem Schutz auch eine riesige Lagune (nur mit dem Dinghy zu befahren) hinter steilen Felstoren und einen kleinen Sandstrand im Osten. Leider gehört diese Bucht zum Gebiet von Mavana, also wieder ein Sevusevu. Der Ort ist ca. 1,5Nm entfernt und kann mit dem Dinghy oder bequem zu Fuß besucht werden. Mavana ist auch das Heimatdorf des letzten regulär gewählten Präsidenten von Fiji, welcher 1997 vom Militär abgesetzt wurde.

Vanuabalavu

Vanuabalavu

Der Osten von Vanuabalavu bietet keine sicheren Ankerplätze und ist im Allgemeinen eher wenig sehenswert. Vor dem Hauptort der Insel, Lomaloma, kann man hinter einer vorgelagerten Insel ein wenig Schutz finden. Die Versorgungsmöglichkeiten hier sind jedoch nicht besser als in den restlichen Orten. Es gib meistens ein kleines Magasin mit sehr eingeschränktem Angebot. Erst die im Süden der Lagune liegende Insel Susui hat wieder ihre Reize, sowohl der Ort als auch die Hidden Lagoon im Westen sind sehenswert. Nach dem obligatorischem Sevusevu im Ort helfen einem die ausgesprochen freundlichen Einwohner gerne die etwas seichte Einfahrt (bei LW ca. 1,5m) zu finden.

Nördlich der Exploring Islands kann Welagilala, im Westen Malima und im Süden Oneata, Como, Yagasa, Fulaga und Onea bequem und sicher angelaufen werden, in den westlichen Lau Islands noch Matuku und Totoya. Die übrigen Inseln haben entweder nur Ankerplätze außerhalb des Passes oder aber keinen ausreichenden Schutz gegen den sehr häufig vorkommenden Südwestschwell.

Die sehenswertesten Inselgruppen sind Yagasa, Fulaga und Matuka welche im Folgenden genauer ausgeführt werden.

Yagasa
Der Yagasa Cluster ist ein aus vier unbewohnten Inseln bestehendes Atoll mit umschließendem Riffsaum, welches nach Norden eine sehr breite Einfahrt aufweist. Die Einfahrt ist sehr weit und die Lagune weist kaum Korallenstöcke auf, daher kann man hier auch bei schlechter Sicht sicher navigieren. Der beste Liegeplatz ist nördlich der südlichsten Insel, in oder vor einer kleinen Bucht auf 5-15m Wassertiefe. Bei starkem Nordwind kann man sich hinter der Insel vor eine weitere sehr tiefe, jedoch nicht befahrbare Bucht legen. (siehe Abb. 3) Vor allem diese südliche Insel ist wegen ihrer tiefen, mit pilzförmigen Inseln gespickten Buchten einen Abstecher wert. Im Gegensatz zur Bay of Island besitzen diese Buchten unzählige Sandstrände welche zum Strandgrillen einladen.

Yagasa

Yagasa

Ein ganz besonderes Paradies ist Yagasa jedoch für Taucher, obwohl diese unbewohnten Inseln immer wieder von Fischern der Nachbarinseln besucht werden, haben die Fische trotzdem die Chance zu ihrer vollen Größe heranzuwachsen. Dies bedeutet gewaltige Napoleons, Riesenmakrelen, Imperator Kaiserfische und Fledermausfischschwärme um nur einige aufzuzählen. Jeden Morgen werden wir hier auch von vier bis fünf Mantas umschwommen, welche auf knapp 5 Meter an das Schiff herankommen. Die besten Plätze sind ein Korallenkopf südlich der südlichen Insel und vor allem riesige Korallenstöcke im Nordpass, welche sich von über 40m bis an die Wasseroberfläche erstecken (siehe Abb. 3).

Fulaga
Ein absolutes Highlight ist diese ca. 2x3Nm große, seichte Lagune mit tausenden Pilzinseln (siehe Abb. 5) und unzähligen unberührten, weißen Sandstränden. Ein zum Teil 100m hoher Inselring umschließt fast völlig dieses abgeschiedene Paradies. Der einzige Pass im Nordosten ist zwar etwas trickreich, jedoch bietet die Lagune bei allen Wetterbedingungen exzellenten Schutz. Der knapp 40m breite Pass ist bei den üblichen südöstlichen Winden eigentlich kein Problem, eine sehr steile, markante Insel an der Backbordseite der Einfahrt ist ein perfekter Wegweiser. Hat man jedoch diese Insel querab, kommt man in ein Feld mit Korallenköpfen, welche bei Niederwasser kaum einen Meter unter der Wasseroberfläche liegen und Abstände von weniger als fünf Meter haben. Es empfiehlt sich daher den Pass knapp vor Hochwasser in Angriff zu nehmen. Erstens hat man dann eine freie Tiefe von gut zwei Metern und das einströmende Wasser ist sehr klar und daher sind Hindernisse leicht zu erkennen.

Fulaga

Fulaga

Im Zeitraum um Niederwassers herum muss man auch mit Strom bis zu vier Knoten rechnen. Bei auslaufender Strömung und stärkerem Nordost- bis Ostwind ist der Pass laut Angabe der Einheimischen nicht zu befahren. Vor einem Jahr gab es in solchen Bedingungen hier auch einen Totalverlust eines Segelschiffes. Ist man durch dieses Feld hindurch, erstreckt sich die ganze Pracht der Lagune und es gibt unzählige Ankerplätze (siehe Abb. 4). Obwohl wir beim Navigieren innerhalb der 5m Linie wenige Riffköpfe sehen konnten, ist doch angebracht sehr vorsichtig zu fahren, da das Wasser in der Lagune sehr türkis-milchig ist und daher Hindernisse nur sehr schwer und sehr spät auszumachen sind. Man kann auch in einigen Bereichen zwischen den Pilzinseln durchnavigieren, jedoch nimmt allgemein mit dem Abstand zur Ringinsel die Wassertiefe ab. Der Hauptort Muanaicake liegt im Süden an der Außenseite der Ringinsel, man kann jedoch sehr bequem mit dem Dinghy an einen Strand (19°09,1´S; 178°34,2´W) mit zwei kleinen Schuppen anlanden und den Weg in den Ort nehmen. Es ist möglich mit der Yacht in dieser Bucht auf 4m zu ankern, jedoch gibt es dort unglaublich viele Moskitos, weshalb es geschickt ist weiter weg zu ankern. Auch hier wird selbstverständlich ein Sevusevu erwartet dies gilt jedoch für ganz Fulaga.

Pilzinsel

Pilzinsel

Matuka
Matuka bietet den sichersten Ankerplatz in den westlichen Lau´s. Die Einfahrt im Westen ist relativ breit und bietet keinerlei Hindernisse. Der sicherste Platz ist ganz im Südosten der Bucht auf ca. 15m gut haltendem Grund vor einem kleinen Ort, ein völlig von hohen Bergen umschlossener Platz. Sevusevu nicht vergessen!

Anhang:
Egal welche Insel der Lau´s man anfährt, man muss sich vergegenwärtigen, dass die Einheimischen auch an den Errungenschaften des modernen Lebens teilhaben wollen. Dies sind zum Beispiel zwei Stunden am Abend Generatorstrom zum Handyladen, einen Außenborder, Solarlichter, nicht immer nur frischen Fisch sondern auch mal Dosenessen?! – und vieles mehr. Leider kosten diese Dinge alle Geld, welches auf den Inseln nur sehr schwer verdient werden kann. Viele Junge arbeiten daher in den Städten oder Tourismuszentren und schicken das meiste ihres Einkommens nach Hause. Weiters ist zu bedenken, dass nur ein Mal pro Monat ein Versorgungsschiff kommt und die Menschen einen permanenten Mangel an Dingen des täglichen Lebens haben. Alleine der Kraftstoff für ihre Außenborder kostet ca. 1,5 €, pro Liter, also europäische Größenordnungen mit einem absolut nicht europäischem Einkommen. Meistens wird man als Segler großzügigst versorgt mit Fisch, Obst und Gemüse, jedoch obwohl die Einheimischen nur selten fragen, erwarten sie, ihrer Kultur entsprechend auch eine Gegenleistung in Form von Lebensmittel, Kraftstoff, …. oder aber – wer es kann – die Reparaturen von technischen Geräten (meist Außenborder).

Wenn sich also jemand überlegt diese Reise auf sich zu nehmen, sollte man auch an entsprechende Mitbringsel denken. Dies wären neben dem absolut notwendigen Kava auch: Werkzeuge (vor allem Steck- und Gabelschlüsselsätze), Außenbordmotorenersatzteile (wie: Zündkerzen, Benzinfilter und –Schläuche, Dichtungen (vor allen Honda 15, 30 und 40 PS sowie Suzuki 15 und 30PS, ausschließlich 2- Taktmotoren), Kraftstoff, Lebensmittel (Zucker, Mehl, Reis, Corned Beef,…), Schulsachen (englische Kinderlesebücher, Hefte, Schreib- und Malzeug), Kindergewand und ganz besonders freuen sich die meisten über Zigaretten.

Positionen der Ankerplätze (Angaben ohne Gewähr!):

Exploring Islands:
Bay of Island: 17°10,56´S; 179°01,04´W (6m) oder 17°10,66´S; 179°00,92´W ((6m)
Little Bay: 17°11,43´S; 178°57,14´W (8m)
Qilaquila: 17°09,83´S; 179°02,10´W (14m)
Daliconi: 17°13,15´S; 178°57,97W (14m)
Susui Ort: 17°20,39´S; 178°56,89´W (7m)
Hidden Lagoon: 17°20,52´S; 178°57,96´W (3,5m)
Lomaloma: 17°17,71´S; 178°58,92´W (10m) oder 17°17,83´S; 178°59,03´W (13m)
Bavatu Harbor: 17°11,27´S; 178°58,92´W (5m) oder 17°11,43´S; 178°57,14´W (12m)

Yagasa: 18°57,59´S; 178°29,30´W (15m) oder 18°57,66´S; 178°29,30´W (5m)

Fulaga: 19°08,04´S; 178°32,59´W (6m) gleich beim Pass
19°08,13´S; 178°32,20´W (4m)
19°08,82´S; 178°32.74´W (3,5m)
19°08,65´S; 178°33,10´W (4m)
19°07,86´S; 178°35,45´W (6m)

Autoren: Barbara und Christoph Einspieler
SY-Taurus / Wien / Österreich
www.sytaurus.com
November 2012