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21.12.2013

Mi. 18.12.2013 – Zuhause und doch nicht daheim

Noch immer bin ich in den Fittichen der Medizin gefangen und darf die Feiertage höchstwahrscheinlich im Kreise der Ärzte und Schwestern des SMZ-Ost verbringen – so wie man sich eben besinnliche Weihnachten vorstellt.

gelegentlich etwas zum Schmunzeln

gelegentlich gibt es auch etwas zum Schmunzeln

Seit drei Wochen werde ich nun schon durchleuchtet, besichtigt, gepikst und getestet und den Damen und Herren Doktoren  gebe ich ordentlich was zu  knabbern, denn meine Symptome sind nicht richtig typisch für einen Tauchunfall oder Schlaganfall. Tagelang brüten die Gelehrten über meinen Untersuchungsergebnissen und die Hygieneabteilung und Bakteriologie hat mein Blut und Liquor auf alles Mögliche und Exotische untersucht und siehe da, sie haben am letzten Freitag einen seltenen Parasiten in meiner Gehirnflüssigkeit gefunden. Ist zwar nicht angenehm zu wissen, dass da gefährliche  Amöben in mir herumgeistern, aber nun kristallisiert sich hoffentlich ein Heilungsweg heraus. Um Erfahrungswerte auszutauschen werden aber auch noch international die Kollegen  konsultiert (weltweit gibt es nämlich nur ein paar hundert dokumentierte Fälle) was sich natürlich so kurz vor Weihnachten etwas schwierig gestaltet – tja, ich bin halt immer für Überraschungen gut.

endlich in Freiheit (mit Papa beim Oktagon/Cobenzl)

endlich in Freiheit (mit Papa beim Oktagon/Cobenzl)

Christoph hat nur gemeint, man sollte auf der “Großwildjagd“ den Wirt möglichst nicht umbringen, denn er hat sich schon so sehr an mich gewöhnt.  Wenn Charly (jeder Mitbewohner hat schließlich einen Namen) mich bisher nicht umgebracht hat, sind meine Überlebens- und Heilungschancen aber relativ groß, es dauert halt nur seine Zeit. Bevor mich der Lagerkoller ganz übermannt hat, bin ich das letzte Wochenende auf  Revers ausgebüchst und habe nach fast vier Jahren erstmals wieder  unsere Wohnung betreten. Es war einfach herrlich mal durch einen großen Supermarkt zu schlendern, vom Cobenzl aus Wien zu betrachten oder ein weihnachtliches Konzert zu hören

weihnachtliches Bläseremsembel bei der Sissikapelle/Wienerwald

weihnachtliches Bläserensemble bei der Sissikapelle/Wienerwald

 

–  all das hatten wir die letzen Jahre nicht und es hat mich gestärkt für das was mich die nächsten Wochen erwarten wird. Montag bin ich mit frischer  Kraft  und neuem Mut  wieder auf der Matte der neurologischen Abteilung gestanden und hoffe nun psychisch den Schleudergang der Medizin zu überstehen.  Zum Glück besuchen mich relativ viele Freunde und verschönen mir damit den tristen Krankenhausaufenthalt.

Erst jetzt gewährt mir mein heißgeliebter Ehemann volle Einsicht in das Ausmaß der ganzen Misere. Bisher hat es meistens nur geheißen: „kümmer dich nicht drum, schau nur das du wieder ganz gesund wirst, den Rest erledige ich“ – ist zwar sehr angenehm, aber befriedigt meine Neugierde nicht. Ich möchte mich nochmals bei allen für die Hilfsbereitschaft bedanken, die wir von allen Seiten zuteil geworden ist.

Vivi und Eric müssen auch schauen wie es ihrem Tantchen geht

Vivi und Eric müssen auch schauen wie es ihrem Tantchen geht

Es war schier unglaublich, das hat angefangen beim Honorarkonsul in Honiara, Hr. Gerald Stenzel über die Mitarbeiter in der Botschaft in Canberra, die relativ rasch und unbürokratisch eine Zahlungsgarantie für den Medi-flight übernommen hätten (den wir dann zum Glück nicht gebraucht haben) über unsere Freunde und Eltern, die sich unglaublich engagiert haben. Ebenso die vielen guten Ratschläge und medizinischen Tipps und Prognosen,  aus denen wir wählen konnten (nicht böse sein, aber wir konnten nicht alle befolgen). Zu guter letzt die vielen Freunde und Leser die sofort finanziell geholfen haben, ohne viel nachzufragen. WIR DANKEN EUCH ALLEN !!!!!! und werden euch bei Zeiten (nach meiner Krankenhausentlassung) für ein gemütliches Zusammentreffen einladen. Bis dahin wünschen wir besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2014!

Kommentare

Liebe Barbara. Es freut mich zu lesen dass es aufwärts geht und dass man die Ursache gefunden hat. Das ist das tolle an Österreichische Ärzte. die suchen weiter und geben nicht auf. Hier in den Niederlanden hiesse es gleich mal: „Da können wir nichts mehr machen!“.
Wir haben eure Website als Typ von Jean und Brigitta bekommen. Seitdem lesen wir regelmässig euere Abenteur.
Wir wünschen euch „a frohes Fest und a guat’s Neues“ mit vorallem sehr viel Gesundheit. Ein herzliches Tiroler Grüss Gott aus den Niederlanden.
Manfred und Lisi

sytaurus hat am Dezember 26th, 2013 15:07 geantwortet:

ja unsere Ärzte sind sehr bemüht und versuchen alles nur Mögliche und Unmögliche, aber ich bin ja auch kein alltäglicher Fall und somit sehr interessant. Mal schauen was die Damen und Herren sich noch einfallen lassen. Frohe Feiertage !

Liebe Babsi
Nachdem wir schon jahrelang Euren Reiseweg mitverfolgen und auch von den Ereigniseen der letzten Wochen sehr betroffen waren, wünschen wir Dir und Euren Zukunftsplänen alles Liebe und Gute.
Liebe Weihnachtsgrüße
Herbert&Elfi
SY-PANGÄA

sytaurus hat am Dezember 26th, 2013 15:03 geantwortet:

ist alles halb so tragisch – ich bin schon wieder guter Dinge und außerdem bereits aus dem Spital entlassen (dank Weihnachtsamnestie!). Es wird zwar noch etwas dauern bis wir beide wieder an Bord sind, aber auch dies werden wir überstehen (Christoph muss in ca. 3 Monaten das Schiff aus den Salomonen rausholen). Noch gute Fahrt! Babsi u. Christoph

Liebe Babsi, lieber Christoph

Wir wünschen Euch ruhige gesundbringende Feiertage, auch wenn Babsi im Krankenhaus bleiben muss. Hauptsache ist aber, dass Du deinen Kopf nicht hängen lässt, ihr beide zusammen schafft diese Hürde. Deinem Untermieter wird das Leben in Dir schon schwer gemacht werden. Getreu meinem Motto: ALLES wird besser und später sogar wieder gut. Erhole dich weiter gut, auch Christoph wünschen wir weiterhin viel Kraft. Seid nun recht herzlich gegrüsst aus dem regnerischen Wetzlar (D) bei + 13 Grad Wärme.

sytaurus hat am Dezember 26th, 2013 14:53 geantwortet:

auch euch besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch (aber bitte nicht ausrutschen!). Es war Weihnachtsamnestie und ich wurde überraschender Weise doch noch am 24.12. entlassen und so haben wir uns von unseren Familien verwöhnen lassen. Mit meinem Untermieter habe ich ein Friedensabkommen geschlossen – hoffentlich hält er sich daran. Segeln (bzw. fliegen) ist aber in den nächsten Monaten noch nicht erlaubt!

Hallo Babsi

gute Nachrichten sind das. Echt, eine Amöbe oder war das nur eine Ungefährangabe?
Parasitologen sind eine Nummer für sich (mein erster war einer, der gleich mit Loaloa, dem „OuestAfrrikanschen Augwurrrm“ loslegte, ich werde die Vorlesung nie vergessen) , aber in jedem Fall ausreichend penibel und immer zu einem wissenschaftlichen Scherzchen aufgelegt (wie die Pathologen 😉 – lass es über Dich ergehen, Du scheinst in guter Obhut zu sein. Ich wünsche Dir Glück und Kraft – lass Dir den Schwung nicht nehmen.
Ich denke, dass der Untermieter selbst völlig eingeschüchtert in der Ecke sitzt. Irgenwann schwenkt er das weiße Tuch!
.
Herzliche Grüße aus Scarborough/Queensland und alle guten Wünsche an Dich, Christof und Deine Familie für das nächste

sytaurus hat am Dezember 30th, 2013 12:02 geantwortet:

du hast recht derzeit schwenkt er die weisse Flagge, aber mal schauen was die Nachuntersuchung ergibt. Derzeit hat er sich entweder gut versteckt oder ich habe ihn erfolgreich selbst umgebracht – wobei mir zweite Variante lieber wäre.

Hallo,

bewegende Geschichte.
Ich bin noch nicht vorgedrungen was passiert ist, aber ich werde eure Seite noch durchforsten.

Auf jeden Fall schon mal gute Genesung! Das wird wieder!

Grüße vom Käpt’n der La Pirogue
(Holger)

sytaurus hat am Dezember 30th, 2013 11:58 geantwortet:

zum Glück ist alles gut ausgegangen und ich habe es gut überstanden. Hoffentlich zeigen sich bei der Nachuntersuchung keine neuen Mitbewohner.

Das freut mich, dass alles gut ausgegangen ist.
Drücke die Daumen, dass es so bleibt.

Grüße vom Käpt’n der La Pirogue
(Holger)

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