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24.11.2014

Do. 20.11.2014 – Reunion – La petite france

Nomen est omen

Nomen est omen

Wir sind jetzt doch wirklich in Frankreich gelandet – ok, es ist nur ein Überseedepartement, aber man zahlt hier in Euro, bekommt Baguette und spricht ausschließlich französisch (oder créole).   Diese Insel ist eigentlich noch sehr jung und noch heute rumort der Piton de la Fournaise (2631m) vor sich hin. In der Inselmitte erhebt sich majestätisch der erloschene Vulkan Piton des Neiges (3069m) und wird wie ein Kleeblatt von den drei beeindruckend riesigen und tiefen Talkesseln (cirques) von Cilaos, Mafate und Salazie umrahmt. Diese Insel ist zum Segeln eher ungeeignet, da es kaum Strände oder Ankerbuchten gibt, aber dafür ist sie zum Wandern geradezu genial.

Warnschilder sind gut ...

Warnschilder sind gut …

Wir mieten uns gemeinsam mit Doug, einem amerikanischen Einhandsegler von der Karibikinsel St. John für ein paar Tage ein Mietauto und umrunden zuerst mal die Insel auf der Küstenstraße, bevor wir am nächsten Tag ins Inselinnere vorstoßen. Es ist kaum ein Weiterkommen, denn immer wieder zwingen uns grandiose Ausblicke zum Stehenbleiben. Bis auf einen kleinen Abschnitt an der Westküste wo ein kleines Korallenriff die anrollenden Wellen des Indiks bremst und die Surfer ihren Spaß haben, ist schwimmen nicht anzuraten. Abgesehen von starken Strömungen lieben Bullenhaie und Hammerhaie diese Gewässer und verbeißen sich in den letzten Jahren immer wieder mal gerne in einem reschen Wadl.

... werden kaum beachtet

… aber Hainetze sind besser

Sogar im Hafen sollen wir ein Bullenhai-Pärchen haben, die laut Hafenmeister auch keine Kostverächter sein dürften (uns haben sie sich jedoch noch nicht gezeigt). Bereits im Morgengrauen brechen wir zum Vulkan auf, damit wir nicht in die am Nachmittag aufziehenden Wolken kommen. Kurve um Kurve schrauben wir uns den mit Heidekraut und Nadelbäumen bewachsenen Berg über die Mondlandschaft von Plaine des Sables hinauf bis zum Parkplatz. Dort lösen sich die letzten Morgennebel auf und wir haben einen fantastischen Blick in den Vulkankrater und einen herrlichen Rundumblick über fast die gesamte Insel.

Plaine de sables

La Plaine des Sables

Wir steigen über den Rim in den alten Krater ab, der Aufstieg auf den aktiven Gipfel ist uns leider aus Sicherheitsgründen verwehrt, da der Vulkan im Augenblick etwas hustet und in der nächsten Zeit ein weiterer Ausbruch befürchtet wird. Wir brauchen uns jedoch keine Sorgen zu machen dass er uns überrascht, da alle paar Meter eine seismische Sonde angebracht ist. Nicht so wie in Vanuatu, wo man direkt in den glühenden Lavasee blicken konnte – tja, ist eben europäisch und sicher nicht so urwüchsig einfach wie in der Südsee. Unser nächster Ausflug ist auf den Piton Maïdo, von wo wir einen atemberaubenden Blick in den Cirque de Mafate haben.

Picknick mit Aussicht

Picknick mit Aussicht

Wieder brechen wir sehr früh auf und wandern drei Stunden bis auf den Piton de la Glacière. Dort halten wir dann unser Mittagspicknick und sitzen direkt über der etwa 1000m tiefen Steilwand. Unter uns sehen wir die winzigen Dörfer am Steilhang kleben oder auf dem hohen Plateau thronen. Bis heute ist dieses Tal nur zu Fuß oder dem Helikopter zu erreichen, eine Straße ist einfach unmöglich. Uns würde eine Wanderung sehr reizen, aber mit Seglerbeinen die nicht weiter als eine Schiffslänge wandern? Ein paar Tage später laden uns Susi und Ingolf von dem deutschen Schiff Aspasia II auf einen Ausflug in den 100km² großen Talkessel von Cilaos ein. Hunderte Haarnadelkurven geht es bis auf 1200m bergan, immer mit einem überwältigenden Blick in das weit unter uns liegende Flusstal oder nach oben zu den zerklüfteten Bergspitzen.

Cirque de Cilaos

Cirque de Cilaos

Immer wieder müssen wir stehen bleiben, weil der Ausblick so umwerfend ist oder die Straße bzw. die Tunnel für den Gegenverkehr zu eng. Ganz am Ende der Straße kosten wir in einer kleinen Taverne durch den dort angebauten Wein. Er ist sehr stark und süß, also eher ein Dessertwein. So leicht angeheitert lernen wir Rosalinde und Peter kennen – endlich mal wieder Österreicher. Wir kaufen uns noch ein paar Fläschchen von dem süßen Stoff für unsere abendlichen Cockpitrunden und kehren mit richtig guter Laune zum Schiff zurück (nur unser Fahrer ist zum Glück nüchtern geblieben). Gelegentlich nehmen wir auch mal den Bus für unsere Ausflüge in benachbarte Orte, sehr günstig und die Tiefkühlung ist inkludiert.

Moonplaine

Moonplaine

Am Wochenende waren wir gemeinsam mit den Thor`s bei Benedicte und Soka zum Grillen in ihrem Haus in St- Benoit eingeladen, wo die ganze Familie versammelt war. So viel Spaß hatten wir schon lange nicht mehr. Die Beiden waren mit ihrem KAT Teclena III ein Jahr im Indik unterwegs und wir hatten sie in Rodrigues kennengelernt. Sofort haben sie uns unter ihre Fittiche genommen und uns ihre persönlichen Highlights der Insel gezeigt. Eine wirklich unvergessliche Zeit die wir mit guten Freunden verbringen durften.

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