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8.02.2014

Best Blog Award

Da haben wir doch glatt ein „Blogstöckchen“ zugeworfen bekommen! Was ist denn das, haben wir uns erst mal gefragt?

Wir haben von Markus und Monika (SY-Nambawan) 11Fragen zum Thema Fahrtensegeln bekommen. Diese Fragen beantwortet man und postet sie. Anschließend denkt man sich andere Fragen aus und gibt somit das virtuelle Blogstöckchen an andere Segler weiter. Das ganze heißt Best Blog Award und wir machen natürlich mit!

Unser persönliches Blogstöckchen

Unser persönliches Blogstöckchen

So wie unser persönliches „Blogstöckchen“ auf dem Bild ist unser Leben sehr verzweigt und verwunden.

Hier nun unsere Antworten:

1.    Wie wird Deine weitere Segelroute aussehen? Wie viele Jahre kannst/willst Du noch unterwegs sein?

Das ist eine wirklich schwierig zu beantwortende Frage, das Einzige was bei unserer Abfahrt feststand war, dass wir nicht durch den Panama- oder den Suezkanal fahren wollen also die Kap-Route. Das Problem ist jetzt jedoch, dass der Weg um das Kap der guten Hoffnung sehr lange ist und auf der Strecke  relativ wenige Highlights für uns zu bieten hat. Daher wollten wir über Japan, Aleuten nach Alaska segeln und von dort die NW-Passage zurück in den Nordatlantik. Nach Babsi´s “kleinem Problem“ jedoch ist wieder alles offen. Wie lange? – tja, solange das Geld reicht! Wir hoffen noch zwei bis drei Jahre unseren Traum leben zu dürfen.

 

2.    Was hast Du vor danach zu machen?

Wir wollen auf jeden Fall zurück nach Österreich. Ich werde dort sicher wieder meinem alten Beruf nachgehen, Babsi ist sich da noch nicht so sicher.

 

3.    Welche Gegend hat Dir bisher am besten gefallen und warum?

Wenn es wirklich rein um die Gegend geht, ist Patagonien unser Favorit. Ansonsten liegt es meist an den Menschen die man trifft, ob man einen Ort in guter oder nicht so guter Erinnerung behält. In Summe jedoch gibt es keinen Ort von dem wir abraten würden ihn zu besuchen.

 

4.    Welche Kommunikationsmittel verwendest Du an Bord? Ist Amateurfunk Deiner Meinung nach noch zeitgemäß/notwendig?

Ob der Amateurfunk zeitgemäß ist können wir Segler kaum beantworten, da es nur sehr wenige echte Amateurfunker unter uns gibt, wir benutzen nur meist offene Amateurfunkgeräte. Fest steht jedoch, dass der Kurzwellenfunk absolut zeitgemäß und notwendig ist! Daher haben auch die meisten Segler sowohl den Amateurfunk als auch den Seefunkschein. Über ein Pactor-Modem ist es entweder via Winlink oder Sailmail möglich E-Mails zu senden und zu empfangen. Außerdem kann man mit Kurzwelle auch über große Distanzen Kontakt zu anderen Seglern halten. Die verschiedenen Funknetze bieten zusätzlich eine Kommunikationsplattform. Wir haben kein Sattelitentelefon an Bord und haben es auch noch nie bereut.

Desweiteren haben wir ein UKW-Gerät, sowie einen externen WiFi – Transceiver mit einer Richtantenne, mit welcher wir auch über große Distanzen (bis zu 5km) Wlan nutzen können (wenn vorhanden!). Zu guter Letzt benutzen wir lokale Mobiltelefonnetze, wenn wir länger in einem Land bleiben.

 

5.    Welche Energiequellen hast Du im Einsatz? (Solarpaneele, Windgenerator, Schleppgenerator, etc. inklusive Leistungsangabe)

Zwei Solarpaneele (200W), einen Windgenerator (Leistung ist sehr schwer anzugeben, Rutland 913), einen Generator 2KW und die Lichtmaschine an unserem Diesel (ca. 700W). Unser Strombedarf wird zu 99% über Solar und Wind abgedeckt. Mit der Lichtmaschine laden wir nur wenn wir auch fahren und den Generator nutzen wir nur wenn wir 230V Maschinen (Bohrmaschine, Schweißgerät, Mixer, …) benötigen. Wir haben jedoch keinen Tiefkühler, keine Klimaanlage und keinen großen Flachbildschirm. Außerdem arbeitet unser elektrischer Autopilot nur unter Motor, unter Segel fahren wir alles mit der Windsteueranlage.

 

6.    Macht ein Water-Maker Deiner Meinung nach auf der Barfußroute Sinn? Worauf muss man beim Kauf bzw. Einbau achten?

Wenn überhaupt nur ein sehr Leistungsstarker – unserer produziert 80l/h. Da wir ihn jedoch eigentlich nie benutzt haben, sind jetzt die Membranen kaputt. Wir sammeln ausschließlich Regenwasser über unser 12m² großes Sonnensegel und hatten noch nie zu wenig Wasser an Bord.

 

7.    Welches Segelmaterial empfiehlst Du für eine Blauwasseryacht für Großsegel und Genua? Welche zusätzliche Segelgarderobe ist Deiner Meinung nach notwendig/wichtig?

Wir haben Dacron-Segeln und die sind eigentlich ok, mit anderen Materialien haben wir daher keine Erfahrung. Da wir im allgemeinen selten kreuzen müssen, bevorzugen wir zwei Vorsegel. Wir haben einen Spinnaker 140m², Spinnaker 98m², Genua leicht, Genua schwer, Fock, Sturmfock und Großsegel an Bord. Wir fahren gerne und oft mit Spi, aber wirklich wichtig erscheint mir eine gute Passatbesegelung (zwei Vorsegel auf beiden Seiten ausgebaumt), sind von Raum- bis Vorwind-Kurs zu nutzen und verringern gerade bei diesen Kursen das lästige Rollen erheblich.

 

 

8.    Macht der Einbau eines Fäkalientanks Deiner Meinung nach Sinn? In der Türkei z.B. ist so ein Tank schon Pflicht. Wie schaut es laut Deiner Erfahrung in anderen Ländern aus?

Wir haben keinen und hätten auch noch nie einen benötigt.

 

9.    Welche Versicherung hast Du für Dich und Dein Boot? Was ist da alles mit abgedeckt? Ungefähre Kosten?

Wir haben eine Haftpflichtversicherung und eine Unfallversicherung, sowie eine Krankenversicherung in Österreich. Jedoch werden wir aber nach Babsi´s Problem eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung abschließen.

 

10.  Welche wichtigen Tipps kannst Du Newcomern in der Blauwasserszene mitgeben?

Was wir machen ist kein Urlaub, sondern eine Lebensweise. Erst wenn man das begriffen hat und es auch akzeptiert, kann man diesen Traum leben.  Im „normalen“ Leben habe ich Randbedingungen welche sich, wenn überhaupt nur sehr langsam ändern. Ich weiß, wie ich mit den Menschen in meiner Umgebung umzugehen habe, wo ich Dinge bekomme, was sie kosten, …. Wir dagegen müssen uns immer auf neue Kulturen einstellen und anpassen, und das ist nicht immer leicht.

Dazu kommt noch, dass Blauwassersegler aufgrund ihrer Herkunft, ihren Lebensumständen und Möglichkeiten völlig unterschiedlich sind. Was für den einen richtig oder schön ist, ist für den anderen falsch oder hässlich. Wir mussten erst lernen „gute“ Tipps sehr genau zu hinterfragen. Langsam hat sich herausgestellt, dass man diese Tipps gar nicht braucht. Man findet mit der Zeit eigene Lösungen, die für einen persönlich maßgeschneidert sind.

Den einzigen guten Rat den wir weitergeben können, ist es vor Abreise nicht zu versuchen ein “perfektes“ Schiff auszurüsten oder die perfekte Route zu planen, sondern einfach mal loszusegeln und zu schauen was notwendig, sinnvoll, bequem, sicher, … für einen selbst ist.

Den einzigen Fehler den man begehen kann ist es sich seine Träume NICHT zu erfüllen!

 

11.  Welche Segelliteratur kannst Du empfehlen?

Wir haben vor unserer Abfahrt eine Menge gelesen, jedoch mussten wir feststellen, dass sich in dem letzten Jahrzehnt eine Menge geändert hat und daher vieles einfach nicht mehr stimmt. Heutzutage scheint es sinnvoller sich eher mehr aus den diversen Blogs zu informieren. Die Texte sind aktueller und spontaner entstanden, daher zum Teil nicht so geschönt oder auf Abenteuer getrimmt, wie in vielen Büchern.

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Bisher wurden schon sehr viele Fragen an Langzeitsegler gestellt und auch mehr als ausführlich beantwortet. Daher wollen wir Segler fragen, die von ihrer Reise bereits zurückgekommen sind. Wir wollen wissen wie es sich anfühlt wieder ins geregelte Leben zurückzukehren und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten.

Daher unsere Fragen an Gaby und Hans von der SY-September :

  1. Was war eure Motivation überhaupt wegzufahren? Haben sich eure Erwartungen auch erfüllt?
  2. Würdet ihr es wieder tun und warum?
  3. Wollt ihr wieder aufbrechen?
  4. Was hat euch diese Reise persönlich gegeben (Erfahrungen, Sichtweisen)?
  5. Während eurer Reise, hattet ihr je den Wunsch Anker zu werfen und euer weiteres Leben dort zu verbringen?
  6. Habt ihr es je bereut zurückzukommen?
  7. Wie habt ihr euch persönlich verändert.
  8. Würdet ihr anderen empfehlen es euch gleichzutun?
  9. War das Zurückkommt eine schwere Umstellung für euch?
  10. Übt ihr dieselben Berufe aus wie vor der Reise?
  11. Was würdet ihr anders machen wenn ihr mit der heutigen Erfahrung nochmal aufbrechen würdet?

Kommentare

Babsi und Christoph, herzlichen Dank für Eure interessanten und ausführlichen Antworten!

LG Markus und Monika

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