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17.07.2011

Sa. 16.07.2011 – Santiago de Chile

Seit vier Tagen hat es nur geregnet – nein, eigentlich geschüttet, denn was da an Wassermassen vom Himmel fällt packt so mancher Fluss nicht mehr. Am Donnerstagabend sind wir noch gemütlich mit Rowland und Miki vom Kat Spirit of Africa essen gegangen und anschließend haben uns die Beiden mit ihrem Mietauto zum Busbahnhof gebracht (sehr angenehm nicht durch den Regen latschen zu müssen). Gut gesättigt rein in die Kutsche, das Plätzchen gemütlich für die Nacht hergerichtet und schon ist es losgegangen.

grandiose Kulisse von Santiago de Chile

Die Busse in diesem Teil Südamerikas sind sehr komfortabel, pünktlich und schnell, es ist mit Sicherheit eine der besten Arten des Reisens durch das Land. Am Freitagmorgen sind wir ausgeruht angekommen, haben unsere Sachen ins Quartier gebracht und sind auch schon durch die Stadt gestreift. Obwohl Santiago de Chile 7 Mio. Einwohner hat, ist das Zentrum doch sehr übersichtlich, wahrscheinlich auch wegen ihrer vielen Fußgängerzonen und Parks. Santiago ist sicher mit keiner anderen Großstadt vergleichbar, schon alleine die schneebedeckten Bergmassive rundherum sind mehr als beeindruckend.

Mercado Central

Zwischen Wolkenkratzern und moderner Architektur stehen noch unzählige alte Kolonialvillen und bewirken so den ganz eigenen Charme der Stadt. Wir sind durch den Regen bis zum Mercado Central gewandert und haben uns dann um die Mittagszeit so richtig Appetit bei den vielen Ständen mit frischem Fisch und Meeresgetier geholt. Zwar stehen hier überall Schlepper herum, die einen in ihr Lokal locken wollen, aber gegen die sind wir schon fast immun und haben uns etwas außerhalb des Marktes ein viel günstigeres „menu del dia“ gesucht.

Mayakunst

Am Nachmittag haben wir dann beschlossen, dass wir nass genug sind und sind ins Museo Chileno de Arte Precolombino geflüchtet. Es ist ein absolutes Muss, denn so viele Artefakte aus dem gesamten süd- und mittelamerikanischen Raum über alle indigenen Epochen der letzten 5000 Jahre sieht man sonst nirgendwo. Sogar die Mumien sind um gute 1000 Jahre älter, als ihre ägyptischen Kollegen (jedoch sind die Ägyptischen unserer Meinung nach viel besser erhalten). Am Abend haben wir uns noch ein bisschen durch die Lokalmeile treiben lassen und sind dann überwältigt von den Eindrücken todmüde ins Bett gefallen.

... auch nicht weniger beeindruckend

 Heute Morgen hat dann wieder die Sonne gelacht und wir sind nach einem kargen Frühstück mit der Metro zum Fuß des 880m hohen Cerro San Cristobal gefahren, denn so ein Wetter muss man ja ausnützen. Um unsere Kondition zu trainieren, haben wir auf die Fahrt mit dem Funicular (Standseilbahn) verzichtet und sind den ganzen Berg hinauf gewandert (war eine richtig schöne Gatschschlacht). Am Gipfel bei der 22m hohen Marienstatue hatten wir dann einen grandiosen Rundumblick über die Stadt und die umliegende Andenkette (durch den Regen der letzten Tage hatten wir heute auch keinen Smog!). Wieder unten hatten wir uns ein großes Bier in einem der Schanigärten verdient und sind noch durch die Kunsthandwerkszone von Barrio Bellavista flaniert, dort sind übrigens auch die meisten Diskotheken und Lokale mit Livemusik. Bevor wir uns heute ins Nachtleben stürzen, bringen wir noch sicherheitshalber unseren teuren Fotoapparat ins Zimmer und machen uns mit wenig Geld in den Taschen auf in einen der Clubs.

Blick vom Cerro San Cristobal

Zwar fühlen wir uns hier nicht unsicher, aber man muss es ja nicht unbedingt herausfordern wenn man spät abends durch die dunklen Straßen geht. So sind wir in Grez Bar hängen geblieben, wo Barnie Weis u. Freunde mit Country Blues angekündigt waren. Es war zwar dann mehr Jazz und er selbst nur mäßig gut, aber seine Freunde haben bei der anschließenden Jamsession so richtig Stimmung gemacht. Mit dem collectivo (Sammeltaxi mit festen Fahrrouten) sind wir in den frühen Morgenstunden gut und unbeschadet wieder in unserer Unterkunft angekommen.

verspätete Geburtstagsgrüße

Ach ja, wir sind übrigens Glückskinder, denn unser Paket ist doch noch kurz vor unserer Abreise am Donnerstag gekommen und zwar frei Haus. Es ist über einen Monat im Hauptpostlager in Santiago gelegen und wurde dann binnen drei Tagen zollfrei abgefertigt und direkt nach Valdivia ausgeliefert (eigentlich hätten wir nämlich zum Zoll nach Osorno – 120 km entfernt – fahren müssen um es abzuholen). Wir hatten ja gar nicht mehr damit gerechnet, aber am späten Vormittag ist Ronny zu uns gekommen und hat gemeint, daß Marcia (der gute Geist des Büros) ein Paket für uns von der Post mitgebracht hat. Es war wie Weihnachten und Geburtstag gemeinsam, als wir die vielen schönen Sachen und Überraschungen aus der Heimat ausgepackt haben (unter anderem auch Mannerschnitten – mampf!!)

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